Das richtige Waschmittel
Funktionsfähig, sauber, hygienisch und gesundheitlich unbedenklich: So soll es sein, wenn Sie in Ihre Einsatzkleidung schlüpfen. Für die effektive und schonende Textilpflege sind die richtigen Waschmittel ein wichtiger Baustein.
Drei Regeln geben eine erste Orientierung, damit das Material wirksam dekontaminiert und bei der Reinigung nicht angegriffen wird:
1
Waschmittel entsprechend den Herstellervorgaben wählen


2
auf Bleichmittel (z. B. Peressigsäure) und
Weichspüler verzichten
3
auf getestete Waschverfahren setzen

Eine zuverlässige Dekontaminierung der PSA von gesundheitsgefährdenden Stoffen braucht System

Waschmaschine
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Waschmittel
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Waschprogramm
Speziell für den Feuerwehrbedarf entwickelte und programmierte Industriewaschmaschinen erreichen mit Waschmitteln und einem Waschprogramm, welche zur Belastung der Wäsche passen, hohe Dekontaminationswerte: PAKs werden im Waschsystem von Bohnhoff Betriebstechnik mit Waschmitteln von Büfa zu 97,4% entfernt.
Faktoren einer erfolgreichen Dekontamination Ihrer PSA
Ihre Ausrüstung riecht nicht mehr nach Feuer? Das ist leider kein Kriterium dafür, ob sie noch mit PAKs belastet ist. Damit Sie sich vor krebserregenden Substanzen schützen können, sollten Sie zentrale Wirkungsmechanismen von Reinigungsabläufen kennen und anwenden:

Das passende Zusammenspiel von Temperatur, Zeit, Mechanik und Chemie entscheidet darüber, wie gut sich PAKs aus Textilien lösen lassen und wie gut die Dekontamination gelingt. Wie sich diese vier Faktoren aufeinander abstimmen lassen, beschreibt der Sinnersche Kreis. Die vier Faktoren sind hier gleich groß dargestellt, das heißt, sie wirken gleich stark. Temperatur, Zeit, Mechanik und Chemie lassen sich aber auch ganz anders gewichten: Wer z. B. Energie einsparen will und deshalb die Waschtemperatur senkt, muss einen anderen Faktor intensivieren, z. B. die Dauer des Waschgangs verlängern. Ist die Trommelmechanik besonders stark, lässt sich gut Chemie einsparen. Ist der Kreis aber nicht mehr geschlossen, weil Faktoren reduziert wurden, ohne dies auszugleichen, bleiben Reinigung und Dekontamination mangelhaft.
Waschen Sie PSA nicht im sauren Bereich. Ist der pHWert zu niedrig, quellen Fasern nicht gut auf, Schmutz lässt sich schlecht entfernen, ergo bleiben auch PAKs hartnäckig im Gewebe.
Die Desinfektion
Wenn die Feuerwache den Rettungsdienst unterstützt hat und eventuell mit Körperflüssigkeiten in Kontakt kam, muss die PSA desinfiziert werden. Das Ziel des Desinfektionswaschprogramms: Schädliche Mikroorganismen auf der PSA müssen so weit entfernt bzw. außer Kraft gesetzt werden, dass eine Infektion ausgeschlossen werden kann.
Als erfolgreich gilt eine Desinfektion der PSA erst, wenn Infektionserreger um sieben log10-Stufen reduziert wurden. Diese Stufen messen die Wirksamkeit von Desinfektionsmaßnahmen.
| Dekontamination | Desinfektion |
| Schadstoffe von der PSA entfernen | Viren und Krankheitserreger von der PSA entfernen |
| laborgeprüfte Waschverfahren mit spezifisch zusammengesetzten Waschmitteln | Waschprogramme, die vom VAH oder RKI zertifiziert sind, kombinieren die richtigen Desinfektionsmittel mit den richtigen Waschtemperaturen |
Inhaltsstoffe von Waschmitteln
Fett lösen, Schmutz binden, Erreger abtöten – damit Waschmittel unterschiedlichste Funktionen erfüllen können, werden verschiedene Inhaltsstoffe kombiniert. Unsere Übersicht zeigt Ihnen, wie typische Inhaltsstoffe in Waschmitteln wirken.

Tenside
- Diese waschaktiven Substanzen bestehen aus zwei verschiedenen chemischen Bestandteilen:
- fettlöslicher, hydrophober Teil
- wasserlöslicher, hydrophiler Teil

- Flüssigkeiten, die sich normalerweise abstoßen, wie Öl und Wasser, lassen sich durch den Zusatz von Tensiden vermischen. So können dann beispielweise Fett und Schmutz in Wasser gelöst und abtransportiert werden.
- Wie funktioniert das genau? Der fettlösliche (hydrophobe) Teil des Tensids haftet sich an (fettigen) Dreck, welcher dann mit Wasser weggespült werden kann, da Wasser an den hydrophilen Enden der Tenside angreifen kann.

→ Tenside lösen Schmutz und Fett aus Textilien

Phosphate
Phosphate enthärten das Wasser. Dies verhindert, dass sich der gelöste Schmutz wieder auf dem Textil absetzt

Wasserenthärter
Stoffe wie beispielsweise Zeolith A tauschen Magnesium- oder Calcium-Ionen (Kalk) gegen Natrium-Ionen aus → Das Wasser ist weniger hart
Wenn weniger Kalk im Wasser ist, werden Fasern beim Trocknen nicht angegriffen

Enzyme
Enzyme sind kleine biologische Katalysatoren, die den Abbau von Eiweißen beschleunigen
Zum Beispiel können Enzyme Blut zersetzen

Schmutzfänger
Sie binden Schmutz, sodass er sich nicht mehr ablagern kann, nachdem er von anderen Bestandteilen des Waschmittels gelöst wurde

Waschalkalien
- Waschalkalien, z.B. Natriumcarbonat, heben den pH-Wert an
- Waschflotte wird alkalischer
- bei höherem pH-Wert quellen die Fasern weiter auf
→ Schmutz kann besser entfernt werden

Entschäumer
zerstören Schaumstrukturen
→ moderate Schaumbildung im Waschbad

Duftstoffe
- Duftstoffe sorgen für besseren Geruch der Textilien nach der Wäsche
- Probleme von Duftstoffen:
- Chemische Duftstoffe können allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten oder Kopfschmerzen auslösen
- Wirkung auf PSA nicht ganz klar, deshalb lieber weglassen im dekontaminationsgeeigneten Waschmittel
- Nach guter Dekontamination gibt es keinen Brandgeruch mehr, der von Duftmitteln überdeckt werden müsste
→ Waschmittel ohne Duftstoffe schonen die Umwelt sowie das Material der PSA und schützen die Gesundheit

Bleichmittel
- Verfärbungen werden aus dem Stoff geholt
- Bleichmittel wie Wasserstoffperoxid oder Natriumperborat setzen Sauerstoff frei, der die Verschmutzung – auch Viren und Bakterien – auf dem Textil oxidiert und damit löslich macht
- ACHTUNG: starke Bleichmittel wie Peressigsäure beschädigen die PSA bei wiederholter Anwendung. Gemäß Pflegeanleitung ist deshalb der Gebrauch von Peressigsäure bei der Dekontamination meist verboten. → Bleichmittel werden nur bei hohem Desinfektionsbedarf eingesetzt
- Bleichen mit Chlor verboten